3. Treffen ,,Fokus-Gruppe Simulation‘‘ bei J.D. Theile GmbH & Co. KG

06 Feb

3. Treffen ,,Fokus-Gruppe Simulation‘‘ bei J.D. Theile GmbH & Co. KG

Um die Synergien der regionalen Kompetenzen aus Produktionsunternehmen, Dienstleistern und Hochschulen rund um das Thema ,,Digitale Simulation“ nachhaltig zu pflegen, traf sich die Fokusgruppe von In|Die RegionRuhr zum 3. Arbeitstreffen am 21. September 2018. Dazu hat sich dieses Mal die Firma J.D. Theile GmbH & Co. KG aus Schwerte als Gastgeber bereit erklärt.

In den ersten Arbeitssitzungen wurden zunächst die grundsätzlichen Fragestellungen eruiert:

„Kann ich durch Digitalisierung und konkret durch Simulation flexibler werden in meinen Abläufen?“

„Wer unterstützt mich bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit von digitalen Möglichkeiten?

„Wie berechnet sich der Nutzen durch Simulation für mein Unternehmen?“.

Diese Fragestellungen wurden dann in der Folgesitzung durch konkrete Praxisbeispiele näher beleuchtet. So veranschaulichte Markus Rall von der viality die mittlerweile industriell einsetzbaren Möglichkeiten der Virtual Reality und der Augmented Reality. Marc Bracke von der IANUS Simulation GmbH stellte die Sinnhaftigkeit von digitaler Simulation anhand des Projektes mit der M+S Silicon GmbH & Co. KG dar. So skeptisch das Unternehmen im Vorfeld war, umso größer ist die Begeisterung nach den betrieblichen Einfahr-Prozeduren der ersten Extrudier Werkzeuge, welche im Vorfeld digital simuliert wurden. Die üblichen Einfahrprozesse, bis zum lauffähigen Produkt,  konnten auf Anhieb erheblich reduziert werden. Stillstandzeiten an Maschinen, Nacharbeitszeiten im Werkzeugbau und der Silikonverbrauch bei der Erstbemusterung sanken drastisch. Im Anschluss beschrieben Dr. Frank Brehmer von der ITB mbH und Thorsten Wirtz von J.D. Theile GmbH & Co. KG beschrieben die verdeckten Kosten, welche man dem Aufwand der digitalen Simulation entgegenstellen muss. 

Die folgenden 3 neue Herausforderungen/Fragestellungen stellten den Schwerpunkt der angeregten Diskussion des 3. Arbeitstreffens dar:

  1. Die Stärkung der Akzeptanz für die digitale Simulation im konventionellen Betriebsalltag.
  2. Ehrlichkeit und Offenheit zum Umgang mit den Grenzen der Simulation gegenüber der Belegschaft und den etablierten Mitarbeitern.
  3. Der Faktor Zeit als Treiber zum Einsatz der Simulation.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmenden stellte der Gastgeber Thorsten Wirtz von J.D. Theile GmbH & Co. KG sein Unternehmen vor und gab den Teilnehmenden einen ersten Einblick der Nutzung von Simulation bei JDT. Anhand der vorab formulierten Herausforderungen wurde dann die Diskussion durch den Innovationscoach Karlheinz Thom geleitet. Der gemeinsame Konsens war, dass für den erfolgreichen Einsatz der Simulation im Unternehmen die Akzeptanz der Mitarbeiter unverzichtbar ist. Die digitale Simulation zur Verbesserung von etablierten Bauteilen stößt demnach oft auf Skepsis der Belegschaft. Es zeigt sich aus der Praxis, dass anfängliche Befangenheit schnell durch die Ergebnisse ausgeräumt werden kann. Durch die Simulation und den Testeinsatz eines 3D-Prototyps zeigen sich die optimierten Einsatzmöglichkeiten eines Produktes direkt und können transparent mit allen Beteiligten besprochen werden. Bei der Optimierung von Arbeitsprozessen durch Simulation müssen die Vorteile in den Vordergrund gestellt werden, wie z.B. die ergonomische Verbesserung von Arbeitsplätzen durch Roboterunterstützung. Es geht in dieser Prozessoptimierung nicht um eine Überwachung oder gar einen Austausch der Belegschaft, so kann vielmehr die Gesundheit und die Arbeit konkret verbessert werden. In diesem Zuge betonten die Beteiligten, dass keine eigene Simulationsabteilung aufgebaut wird und die digitale Simulation meist über Partnerschaften erfolgt.

Die digitale Simulation wird dabei als Teil eines Change Prozesses wahrgenommen, bei dem der Zeitpunkt der Einführung ein entscheidender Faktor ist. In den meisten Fällen wird erst mit Simulation gearbeitet, wenn das Problem schon besteht und der ,,Kittel brennt“. Es ist demnach wichtig frühzeitig seine Prozesse mit den geeigneten Partnern zu optimieren um Engpassanalysen rechtzeitig einzusetzen. Dazu benötigt das Unternehmen im Sinne des Change Prozesses eine veränderungsbereite Führungskultur. Die Einfühung von digitaler Simulation lohnt sich z.B. bei dem Einsatz von neuen Technologien und neuen Produktionsprozessen im Unternehmen. Als zweiter wichtiger Faktor bei dem Einsatz von Simulation wurde die Qualität der Daten (CNC, CAD) benannt.

Zum Abschluss der Veranstaltung nutzten die Anwesenden noch die Gelegenheit zum Netzwerken sowie einer interessanten Werksbesichtigung bei J.D. Theile.

 

Alle interessierten Anwender, Dienstleister und Wissenschaftsvertreter sind weiterhin herzlich eingeladen, an Folgeterminen teilzunehmen und die Arbeit der Fokus-Gruppe aktiv mitzugestalten.

Bei Rückfragen stehen Ihnen unsere Innovationscoaches (innovationscoach@regionruhr.de) vom Team In|Die RegionRuhr gerne zur Verfügung.