Tour de Ruhr „Additive Fertigung“: In|Die RegionRuhr besucht den Computer-Tomographie-Spezialisten diondo in Hattingen und das 3D-Netzwerk in Solingen

15 Feb

Tour de Ruhr „Additive Fertigung“: In|Die RegionRuhr besucht den Computer-Tomographie-Spezialisten diondo in Hattingen und das 3D-Netzwerk in Solingen

Rund 20 Unternehmerinnen und Unternehmer besuchten im Rahmen der ersten Tour de Ruhr zum Thema „Additive Fertigung“ mit In|Die RegionRuhr das Unternehmen diondo GmbH in Hattingen und Deutschlands stärkstes 3D-Netzwerk in Solingen. Martin Münker, Geschäftsführer der diondo GmbH, bot den Teilnehmenden spannende Einblicke in das vielfältige Angebot des Unternehmens.

Die diondo GmbH ist Hersteller und Betreiber industrieller Computer-Tomographie (CT)-Anlagen. Die Systeme dienen zum vollständigen, volumenhaften Erfassen komplexer Bauteile mit Genauigkeiten im Mikrometer-Bereich. Das Ergebnis einer CT-Untersuchung sind 3D-Datensätze, die vielfältig und in allen Stadien des Produktlebenszyklus genutzt werden: von konventioneller, zerstörungsfreier Prüfung über den Soll-Ist-Vergleich im Zuge der Qualitätssicherung bis zum Reverse Engineering.

In der Kombination von Dienstleistung und Anlagenbau bietet die diondo GmbH ihren Kunden ein umfassendes Angebot, das sowohl den einzelnen CT-Scan als auch die Erstellung und aufgabengerechte Auswertung des Datensatzes sowie die Entwicklung und den Bau kompletter, auch vollautomatischer CT-Anlagen inklusive der entsprechenden Software umfasst. Im Gegensatz zu fast allen anderen Herstellern auf dem weltweiten Markt bietet diondo seine CT-Anlagen als kundenspezifisches Produkt an, das gemäß den jeweiligen Anforderungen und Wünschen konfiguriert wird und so die perfekt auf den jeweiligen Kunden zugeschnittene Lösung darstellt. „Je intensiver und partnerschaftlicher der Kunde mit uns zusammenarbeitet, desto effizienter kann er die Anlagen für seine aktuellen und zukünftigen Aufgaben einsetzen“, betont Martin Münker.

Zur Entwicklung des breit gefächerten Angebotsportfolios hat auch ein InnoScheck.RUHR-Projekt beigetragen, das Martin Münker den Tour de Ruhr-Teilnehmenden vorstellte. In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Alexander Pollack, Geschäftsführer der Co-MITT GmbH & Co KG in Köln, hat die diondo GmbH 2017 eine qualifizierte Strategie erarbeitet, die unter anderem zur Identifizierung der Schnittstellen von 3D-Scan und 3D-Druck geführt hat. Die Kombination dieser Technologien ermöglichte dem Unternehmen eine Erweiterung seiner Angebotspalette durch innovative Dienstleistungen. „Als noch eher kleines Unternehmen können und müssen wir uns mit solchen wir-machen-das-jetzt-einfach-mal-Projekten vor dem Wettbewerb positionieren. Und dabei bietet der InnoScheck.RUHR eine gute Starthilfe“, resümiert der diondo-Gründer.

Wie ein CT-Scan abläuft, von welchen Faktoren er beeinflusst wird und welche Parameter dabei eingestellt werden können, haben die Teilnehmenden der Tour de Ruhr bei einem Rundgang durch das Unternehmen mit Live-Vorführung eines CT-Scans vor Ort erfahren. Sie erhielten einen spannenden und informativen Einblick in die Praxis und tauschten sich über die Potenziale der Computer-Tomographie aus, insbesondere im Hinblick auf ihre Bedeutung für die additive Fertigung.

 

Im Anschluss an den Besuch bei der diondo GmbH wurde die Gruppe vom 3D-Netzwerk in Solingen empfangen und zunächst von Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Solingen GmbH & Co. KG, begrüßt. Anschließend stellte Werner Koch, Netzwerkmanager des 3D-Netzwerks, welches eine Initiative der Wirtschaftsförderung Solingen ist, das Angebot und die Aktivitäten des 3D-Netzwerks vor.  Wie auch den Industriebetrieben der RegionRuhr, bietet die additive Fertigung den Produktionsunternehmen in Solingen und im Bergischen Land vielfältige Anwendungsmöglichkeiten und neue Marktchancen. Überdurchschnittlich viele Unternehmen in der Region sind im Bereich der Produktionswirtschaft mit den Schwerpunkten Metallbe- und ‑verarbeitung, Maschinenbau, Oberflächentechnik und Kunststoffbearbeitung tätig. Eine schnelle Prüfung und Einführung neuer Verfahren und Materialen bietet diesen Unternehmen große Potenziale.

Diese zeigte Arnd Meller, Abteilungsleiter des Bereichs Additive Fertigung bei der Firma Klaus Stöcker Metallbearbeitung in Wermelskirchen, anhand anschaulicher Praxisbeispiele in seinem Vortrag über die Chancen und Grenzen des Selective Laser Melting (SLM)-Verfahrens auf. Die mithilfe dieses Verfahrens hergestellten, fast porenfreien Produkte weisen ähnliche Materialeigenschaften wie Gussteile auf und sind somit besonders stabil. Die große Designfreiheit, die das SLM-Verfahren ermöglicht, biete große Potenziale, erfordere aber auch eine neue Denkweise in der Konstruktion, so Meller. „Durch eine gezielte Veränderung oder Erneuerung der Konstruktion muss ein Mehrwert geschaffen werden“, betont er in dem Zusammenhang.

Als abschließenden Programmpunkt erhielten die Teilnehmenden eine  Führung durch das Gründer- und Technologiezentrum in Solingen. Dabei wurden ihnen verschiedene 3D-Drucker im Betrieb präsentiert und die Schnittstellen von 3D-Druck und Virtual Reality aufgezeigt.

Die gemeinsame Busfahrt zurück nach Hattingen rundete die Tour de Ruhr ab und gab den Unternehmerinnen und Unternehmern eine gute Gelegenheit zum weiteren Netzwerken.